SAMDUO Nex E6000: 6 kWh in einem Solarspeicher, so schlank wie ein Heizkörper

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Heimspeicher lassen sich immer einfacher installieren, aber in der Regel versteckt man sie weiterhin. Garage, Vorratsraum, Technikraum … Mit ihrem industriellen Look möchte man sie nicht unbedingt neben das Sofa stellen. SAMDUO will das mit der Nex E6000 ändern, einem 6-kWh-Akku, der nur 11,9 cm dick ist.

Der Hersteller rückt damit ein Thema in den Mittelpunkt, das bei Heimspeichern noch selten zur Sprache kommt: Wo soll der Akku im Haus stehen? Sobald man zu Hause mehrere Kilowattstunden speichert, stellt sich diese Frage schnell.

6 kWh bei nur 11,9 cm Dicke

Das Erste, was bei der Nex E6000 auffällt, ist, dass man sie kaum bemerkt.

In ihrem 842,5 x 500 x 119,5 mm großen, hochkant stehenden Gehäuse stecken LiFePO4-Zellen mit einer Kapazität von 6.028 Wh. Mit 59 kg ist sie allerdings ziemlich schwer: dünn, ja, aber nicht leicht.

SAMDUO bezeichnet sie als den weltweit dünnsten Plug-and-play-Heimspeicher mit 6 kWh. Sie lässt sich flach an einer Wand aufstellen, wo ein herkömmlicher Akku keinen Platz finden würde. Der Hersteller denkt dabei insbesondere an Flure und Wohnräume.

Die Produktbilder passen dazu: Die Nex E6000 ist im Wohnzimmer oder im Eingangsbereich an der Wand zu sehen, fast wie ein kleiner Heizkörper. Das Datenblatt bestätigt die Abmessungen, das Gewicht von 59 kg, die IP65-Zertifizierung und die 10-jährige Garantie.

Für dieses Design erhielt sie den Red Dot Design Award 2026 in der Kategorie „Tools, Industrial Equipment and Machinery“.

Ein Akku, der sich sehen lassen kann … ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen

SAMDUO hat die Idee konsequent umgesetzt. Die Front aus gehärtetem Glas hat kein Display: Alle Informationen und Einstellungen laufen über die mobile App.

Für ein Gerät, das im Wohnzimmer steht, ist das sinnvoll. Niemand möchte um 23 Uhr eine Reihe blinkender LEDs im Dunkeln sehen.

Was die Geräuschentwicklung angeht, gibt der Hersteller 25 dB an. Sollte sich dieser Wert bestätigen, kann man den Akku in der Nähe von Wohnräumen aufstellen, ohne sich wie in einem Heizungsraum zu fühlen.

Man kann ihn auch in der Garage oder draußen aufstellen. Er ist nach IP65 (Schutz vor Staub und Strahlwasser) zertifiziert und funktioniert bei Temperaturen von -20 bis 55 °C.

SAMDUO hat außerdem eine Heizfolie integriert, damit der Akku Kälte besser verträgt, sowie Ventile, über die sich ein möglicher Überdruck im Inneren abbauen lässt. Als mögliche Standorte nennt der Hersteller eine unbeheizte Garage oder einen geschützten Platz im Freien, zum Beispiel unter einem Carport.

Ein echter Plug-and-play-Akku für die Steckdose

Eine weitere Stärke der Nex E6000 ist die AC-Kopplung.

Zellen, BMS und Wechselrichter sind in einem einzigen Gehäuse vereint. In der Standardkonfiguration muss man sie laut SAMDUO lediglich an eine Steckdose anschließen. Es sind keine Änderungen an der Verkabelung der Photovoltaikanlage nötig und kein Elektriker muss kommen.

Bei einer bereits vorhandenen Solaranlage ist das ein echter Vorteil: Man ergänzt einen Akku, ohne den Wechselrichter oder die Mikrowechselrichter anzutasten.

Die Nex E6000 speichert den tagsüber erzeugten Überschuss und gibt ihn wieder ab, wenn die Produktion nachlässt. Sie kann auch über das Stromnetz geladen werden.

Mit einem Vertrag mit Nebenzeiten oder einem dynamischen Tarif kann man sie also dann laden, wenn der Strom günstig ist, und die Energie einige Stunden später verbrauchen, wenn der Preis wieder steigt.

Bis zu 2.600 W, um 6 kWh in wenigen Stunden zu laden

Die Ladeleistung ist eine ihrer Stärken. SAMDUO gibt bis zu 2.600 W an. Damit lassen sich die 6 kWh je nach Bedingungen und verfügbarer Leistung in etwa 2 bis 5 Stunden laden.

Bei der Abgabe ins häusliche Stromnetz sind es in der standardmäßigen Plug-and-play-Konfiguration 800 W.

Das mag im Vergleich zu einem gespeicherten Vorrat von 6 kWh wenig erscheinen, aber man muss sich vor Augen führen, wofür diese 800 W gedacht sind. Sie decken problemlos die Grundlast eines Hauses: Internetrouter, Kühlschrank, Gefrierschrank, Stand-by-Verbrauch, Computer, Beleuchtung, Lüftungsanlage, Smart-Home-Geräte … Genau diesen Grundverbrauch möchte man mit dem tagsüber erzeugten Solarüberschuss abdecken. Für den Backofen oder das Induktionskochfeld muss man hingegen auf das Stromnetz zurückgreifen.

2.600 W bei einem Stromausfall

Im Inselbetrieb hat die Nex E6000 mehr Leistung zu bieten.

Sie verfügt über zwei dafür vorgesehene Steckdosen, die zusammen bis zu 2.600 W liefern. Jede einzelne kann diese 2.600 W bereitstellen, die Leistung wird jedoch auf beide aufgeteilt. SAMDUO gibt außerdem eine Spitzenleistung von 3.640 VA für 10 Sekunden an.

Das reicht für den Betrieb recht leistungsstarker Geräte: Der Hersteller nennt eine Waschmaschine oder einen Air Fryer.

Besonders nützlich ist das bei einem Stromausfall. Mit 6 kWh Reserve lassen sich die wichtigsten Geräte im Haus mehrere Stunden lang betreiben: Kühlschrank, Gefrierschrank, Internetrouter, Beleuchtung, Alarmanlage und ein Teil der Smart-Home-Geräte.

Und wenn 6 kWh nicht ausreichen? Bis zu 90 kWh!

Man muss sich nicht gleich zu Beginn für die endgültige Kapazität entscheiden. Man startet mit einer Nex E6000 und ihren 6 kWh und ergänzt später kompatible Geräte. SAMDUO gibt an, dass sich bis zu 15 Akkus zusammenschalten lassen, also insgesamt 90 kWh.

Mit 90 kWh geht es weit über einen kleinen Solarüberschuss für den Abend hinaus!

Für einen durchschnittlichen Haushalt reichen die grundlegenden 6 kWh bereits völlig aus. Bei einem nächtlichen Verbrauch von einigen hundert Watt kann die tagsüber erzeugte Energie einen großen Teil des Abends und der Nacht abdecken.

Angekündigte Lebensdauer von 15 Jahren und mehr als 10.000 Ladezyklen

Einen Heimspeicher kauft man für lange Zeit. SAMDUO verwendet LiFePO4-Zellen mit 314 Ah, gibt eine Lebensdauer von 15 Jahren an und gewährt 10 Jahre Garantie auf das Produkt.

Nach Angaben des Herstellers behalten die Zellen unter seinen eigenen Testbedingungen nach mehr als 10.000 Zyklen noch 70 % ihrer Kapazität.

Die Wahl von LiFePO4 überrascht nicht: Diese Zellchemie ist derzeit im Heimspeicherbereich am weitesten verbreitet – dank ihrer Langlebigkeit und thermischen Stabilität.

Für die Sicherheit setzt SAMDUO auf sein DuoShield-System, das Strom, Spannung, Temperatur und Akkuzustand kontinuierlich überwacht. Bei einem Problem kann es die Leistung reduzieren, den Fehler isolieren oder den Akku abschalten. Bei zu niedrigen Temperaturen aktiviert es außerdem die interne Heizung.

Ein Energiemanagement, das Wetter und Strompreis berücksichtigt

6 kWh zu speichern ist gut. Man muss aber auch wissen, wann geladen und wann der Speicher genutzt werden soll.

Das übernimmt SAMDUO Intelligence. Das System erstellt fortlaufend einen rollierenden 24-Stunden-Plan. Um zu entscheiden, wann geladen oder entladen werden soll, berücksichtigt es mehrere Daten: dynamische Tarife oder Hoch- und Niedertarifzeiten, wetterabhängige Prognosen der Solarstromproduktion, die Verbrauchsgewohnheiten des Haushalts und den Ladezustand des Akkus.

Das Ziel: Nutzer sollen nicht jeden Tag an den Einstellungen herumschrauben müssen, um ein paar Cent zu sparen.

SAMDUO gibt an, mehr als 800 Energieversorger und Energieplattformen integriert zu haben, darunter Octopus Energy, Tibber, EDF Energy, Eneco und E.ON. Das System ruft Preise und Tarifprognosen ab, um dann zu laden, wenn es am günstigsten ist.

Und die gute Nachricht: Home Assistant ist vorgesehen!

Für die Leser von Maison et Domotique ist das vermutlich die wichtigste Information: SAMDUO plant eine offene API.

Laut der den Testern zur Verfügung gestellten Dokumentation soll diese offizielle API die Verbindung der Nex E6000 mit Home Assistant, Homey und anderen programmierbaren Smart-Home-Zentralen ermöglichen. Sie bietet Zugriff auf die Daten des Akkus, aber auch auf Lade- und Entladebefehle.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Home Assistant könnte den Ladevorgang starten, sobald die Solarproduktion den Verbrauch des Hauses übersteigt. Bei angekündigtem Sturm könnte das System 30 % Reserve vorhalten oder die Entladung vor einer Hochpreisphase blockieren. Es könnte auch bestimmte Geräte einschalten, sobald der Akku ausreichend geladen ist.

Wer seinen Energieverbrauch genau steuern möchte, für den ist diese API fast genauso wichtig wie das Datenblatt.

Im Test muss natürlich überprüft werden, was sich damit tatsächlich machen lässt, wie gut die Dokumentation ist, wann sie verfügbar sein wird und vor allem, ob die Steuerung lokal funktioniert oder über die Cloud läuft.

Eine Nex E6000H für alle, die ein klassischeres Format bevorzugen

Nicht jeder braucht einen so dünnen Akku. Deshalb bietet SAMDUO auch die Nex E6000H an.

Das Prinzip ist dasselbe, nur das Format ist anders. Die Nex E6000 ist dafür gedacht, in Wohnräumen entlang einer Wand aufgestellt zu werden. Die E6000H ist kompakter und tiefer und eignet sich besser für einen Schrank, eine Garage oder einen Hauswirtschaftsraum.

Die Idee gefällt uns: Der Akku passt sich dem Haus an – und nicht umgekehrt.

Auch bei Heimspeichern wird zunehmend auf das Design geachtet

Heimspeicher werden erschwinglicher und lassen sich einfacher installieren. Damit gewinnen auch der Platzbedarf und das Aussehen an Bedeutung. Nicht jeder hat eine Garage oder einen Technikraum, in dem er einen 59 kg schweren Akku unterbringen kann.

Mit ihren 11,9 cm Dicke bietet die Nex E6000 eine originelle Lösung. Und hinter dem Design steckt keineswegs ein abgespecktes Datenblatt – ganz im Gegenteil.

Die offene API und die angekündigte Kompatibilität mit Home Assistant interessieren uns genauso wie die übrigen Merkmale. Auf dem Papier ist das ein gut durchdachter Akku für ein Haus mit Solaranlage und Smart-Home-Ausstattung.

Es bleibt abzuwarten, wie sie sich in der Praxis schlägt: Rundlaufwirkungsgrad, Regelverhalten, App, Home-Assistant-Integration, Erfassung des Solarüberschusses, tatsächliche Geräuschentwicklung, Standby-Verbrauch und Verhalten im Notstrombetrieb.

Wir hoffen, sie demnächst bei Maison et Domotique testen zu können. Denn auf dem Papier ist diese Nex E6000 sehr vielversprechend!

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