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Wir trinken jeden Tag Leitungswasser, ohne uns groß Gedanken darüber zu machen, was zwischen Leitung und Glas passiert. Dabei halten Wasseraufbereiter seit einiger Zeit Einzug in unsere Küchen.
Ich habe mehrere getestet, darunter den Hydrofast C300 und zuletzt den Jimmy M9. Beide funktionieren ungefähr nach demselben Prinzip: Eine sehr feine Umkehrosmosemembran entfernt einen großen Teil der im Wasser gelösten Stoffe.
Der OVI II verfolgt einen anderen Ansatz. Er nutzt keine Umkehrosmose, sondern kombiniert mechanische Filtration, Aktivkohle, Ultrafiltration mit 0,01 µm und eine UV-C-Behandlung. Ziel ist es, bestimmte Schadstoffe zu entfernen und die Mineralien im Wasser durchzulassen. Diese Entscheidung hat praktische Folgen: kein Abwasser, kein nachzufüllender Tank und ein sehr schmales Gerät.
Nachdem ich mehrere Monate Osmosegeräte auf meiner Arbeitsplatte genutzt hatte, war ich neugierig, wie sich dieses Gerät schlagen würde.
OVI II: ein sehr kompakter Wasserspender
Der OVI II ist 42,5 cm tief, 38 cm hoch und nur 18 cm breit und wiegt 6,3 kg. Besonders die Breite überrascht: Mit 18 cm findet sich leicht ein Platz zwischen zwei Geräten. Laut Datenblatt beträgt die Leistung 2100 W fürs Erhitzen, 125 W fürs Kühlen und 2,5 W für die UV-C-LED.

Im Karton befinden sich der Wasserspender, seine Filter, ein Vorfilter, 4 Meter Schlauch, der T-Anschluss für den Wasseranschluss und das Wartungszubehör.

Das Design ist schlicht. Die Vorderseite ist vertikal gestaltet und das Bedienfeld oben ist zum Nutzer hin geneigt.

Das Gerät ist in Weiß oder Schwarz erhältlich, und die Front lässt sich austauschen. OVI verkauft verschiedene Dekorfronten für 39,90 € (Wood, Leaf, Waves, Purple Gradient …). Man kann darauf verzichten, aber für ein Gerät, das dauerhaft mitten in der Küche steht, ist das eine gute Idee.

Da die Front magnetisch ist, könnte man sich sogar vorstellen, eine eigene Front mit dem 3D-Drucker herzustellen – für alle, die gerne bis ins kleinste Detail individualisieren ;-)

Kein Tank zum Nachfüllen: Der OVI II wird an die Wasserleitung angeschlossen
Die beiden Osmosegeräte, die ich getestet habe, haben einen großen Vorteil: Man stellt sie hin, füllt den Tank und schon funktionieren sie. Keine Installation an der Wasserleitung nötig.
Der OVI II erfordert anfangs etwas mehr Arbeit, da er direkt an den Kaltwasseranschluss angeschlossen wird.
Man dreht die Wasserzufuhr ab, schraubt den Flexschlauch des Küchenhahns ab und montiert den mitgelieferten T-Anschluss.

Ein 6,3-mm-Schlauch verbindet dann den Anschluss mit dem Gerät. Je nach Küche muss man eventuell ein Loch in die Arbeitsplatte bohren, um ihn hindurchzuführen. Die Anleitung erklärt alles klar und verständlich, und der Hersteller stellt sogar ein Video zur Verfügung, das die Installation von A bis Z erklärt.
Der Vorfilter wird in Fließrichtung des Wassers an dieser Zuleitung montiert. Sobald der Anschluss hergestellt ist, dreht man die Wasserzufuhr und den kleinen Hahn am T-Stück wieder auf und schließt anschließend den OVI II an.

Bei der ersten Inbetriebnahme muss der 1,5-Liter-Kaltwassertank gefüllt und etwa 3 Liter temperiertes Wasser durchlaufen gelassen werden, um die Filter vorzubereiten.
Das ist weniger „Plug & Play“ als beim Jimmy M9 oder Hydrofast C300, aber man muss es nur einmal machen. Danach muss man keinen mehrere Liter fassenden Tank mehr herausnehmen, zum Spülbecken tragen, auffüllen und wieder einsetzen. Der OVI II wird kontinuierlich mit Wasser versorgt: Man stellt sein Glas darunter und zapft Wasser. Im Alltag ist das wirklich komfortabel. Bei uns zu Hause mit fünf Personen muss ein 5-Liter-Tank (also ungefähr 3 Liter gereinigtes Wasser) regelmäßig nachgefüllt werden …
Ultrafiltration oder Umkehrosmose: zwei unterschiedliche Ansätze
Das ist der entscheidende Unterschied zwischen dem OVI II und den anderen Geräten, und um ihn zu verstehen, ist ein kleiner technischer Exkurs nötig.
Der Jimmy M9 verwendet eine Umkehrosmosemembran mit einer angegebenen Porengröße von 0,0001 µm und arbeitet mit einer siebenstufigen Filtration. Jimmy gibt an, PFAS, Nitrate, Schwermetalle und andere Schadstoffe deutlich zu reduzieren.
Damals hatte mich dieser Wert beeindruckt. Man sollte ihn allerdings mit Vorsicht betrachten.
Der TDS-Wert (Total Dissolved Solids) gibt die Gesamtmenge der im Wasser gelösten Stoffe an. Ein sehr niedriger TDS-Wert zeigt zwar die Wirksamkeit der Umkehrosmose, sagt für sich allein aber nicht aus, dass das Wasser gesünder ist. Man kann nicht erkennen, ob Calcium, Magnesium oder ein Schadstoff entfernt wurde. Auch die WHO behandelt gelöste Feststoffe als einen von mehreren Qualitätsparametern und nicht als Maßstab für die Trinkbarkeit.
OVI verfolgt einen anderen Ansatz.
So filtert der OVI II das Wasser
OVI geht von einem einfachen Grundsatz aus: In Frankreich wird das Gerät an Leitungswasser angeschlossen, das bereits trinkbar ist.
Das ist wichtig. Das Leitungswasser wird von den regionalen Gesundheitsbehörden (ARS) und den Versorgern fortlaufend überwacht – von der Quelle bis zum Wasserhahn. Das Gesundheitsministerium bezeichnet es als eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel des Landes. Ich kann das übrigens aus eigener Erfahrung bestätigen: Mein Haus liegt am Dorfeingang, und da ich relativ oft zu Hause bin, weil ich von dort aus arbeite, kommt fast jedes Jahr jemand vorbei und nimmt bei mir eine ganze Reihe kleiner Fläschchen mit, um das Wasser der Gemeinde zu analysieren :p
Der OVI II ist also nicht dafür gedacht, beliebiges Wasser trinkbar zu machen. Im Datenblatt steht ausdrücklich, dass er für trinkbares Leitungswasser geeignet ist. Von dort aus durchläuft das Wasser mehrere Stufen.

Zuerst kommt ein Sedimentvorfilter, der die gröberen Verunreinigungen zurückhält: Staub, Schlamm, Partikel und Rost.
Danach folgt ein Verbundkohleblock in Kombination mit Polyphosphat. Er wirkt gegen Chlor, Gerüche, unangenehme Geschmacksnoten, bestimmte flüchtige organische Verbindungen und andere Schadstoffe. Außerdem hilft er, Kalkablagerungen zu begrenzen.
Als Nächstes kommt das Herzstück: eine Ultrafiltrationsmembran mit 0,01 µm, also 100-mal gröber als die 0,0001-µm-RO-Membranen des Jimmy und des Hydrofast. Das ist beabsichtigt. Diese Membran lässt einen großen Teil der gelösten Mineralsalze passieren, während die Umkehrosmose die meisten davon entfernt. OVI verspricht so Wasser, das seine Mineralisierung und seinen ursprünglichen Geschmack besser behält.
Zum Schluss behandelt eine 2,5-W-UV-C-LED die Mikroorganismen. OVI gibt an, dass in diesem Schritt bis zu 99,9 % der Bakterien und Viren erfasst werden.
Der komplette Ablauf: trinkbares Leitungswasser → Vorfilter → Aktivkohle → Ultrafiltration → UV-C → gefiltertes Wasser.

Da keine Umkehrosmosemembran zum Einsatz kommt, muss auch kein konzentriertes Abwasser abgeleitet werden.
Was ist mit PFAS, Schwermetallen, Nitraten und Bakterien?
Man könnte meinen, dass der OVI II mit einer weniger feinen Membran zwangsläufig deutlich weniger Schadstoffe zurückhält als ein Osmosegerät. So einfach ist es aber nicht.
OVI hat Testergebnisse zu seinem System veröffentlicht, die unter anderem vom Labor des Départements Alpes-Maritimes durchgeführt wurden. Nach Angaben des Herstellers wurden Proben gezielt mit Schadstoffen versetzt, um zu messen, was nach der Filtration noch vorhanden war.
Bei den sechs aufgeführten PFAS gibt OVI unter den Testbedingungen eine Reduktion von 100 % für PFBS, PFOS, PFOA, PFNA und PFDA sowie 95,3 % für PFBA an. Außerdem werden eine Reduktion von 98 % bei Nitraten, 90 % bei Arsen und Blei, 99,9 % bei Kupfer und 93 % bei Uran angegeben.
Bei den mikrobiologischen Analysen wurden in den untersuchten Wassermengen nach der Filtration weder Coliforme noch E. coli oder Enterokokken nachgewiesen.
Diese Werte gelten für die Bedingungen der durchgeführten Tests. Sie bedeuten nicht, dass ein Haushaltsgerät beliebiges verunreinigtes Wasser trinkbar macht. Ich würde den OVI II daher nur für den vorgesehenen Zweck einsetzen: für trinkbares Wasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz.
Bei Brunnen-, Quell- oder Bohrlochwasser, dessen Zusammensetzung unbekannt ist oder stark schwankt, hat die Umkehrosmose dank der deutlich gründlicheren Trennung einen klaren Vorteil.
OVI behauptet übrigens auch nicht das Gegenteil. Der Verantwortliche des Unternehmens erklärte mir, dass OVI in einigen Märkten auch eine Umkehrosmoseversion verkauft, in denen die Ultrafiltration bestimmte Schadstoffe nicht ausreichend zurückhält. Jede Technologie hat also ihren eigenen Einsatzbereich.
Der große Vorteil: kaum Wasserverlust
Die Umkehrosmose hat einen physikalischen Nachteil: Um besonders reines Wasser zu erhalten, wird ein Teil des Wassers benötigt, um die von der Membran zurückgehaltenen Stoffe abzutransportieren.
Der Jimmy M9 gibt ein Verhältnis von Reinwasser zu Abwasser von 3:1 an, der Hydrofast C300 etwa 2,5:1.
Bei diesen Auftischgeräten fließt dieses Wasser nicht direkt in den Abfluss: Es sammelt sich konzentriert im Tank für Rohwasser, der regelmäßig geleert werden muss.
Dieses Problem gibt es beim OVI II nicht. Das Wasser durchläuft die Filter und landet im Glas. Man füllt nicht mehrere Liter in das Gerät, um nur einen Teil davon wieder herauszubekommen, und es bleibt kein konzentriertes Wasser übrig, das entsorgt werden muss.
Für den täglichen Gebrauch mit französischem Leitungswasser ist das für mich eines der stärksten Argumente.
Kaltes, temperiertes, lauwarmes oder heißes Wasser
Der OVI II filtert nicht nur Wasser, sondern ersetzt auch einen gekühlten Wasserspender und einen Wasserkocher.

Das Bedienfeld oben bietet vier Temperaturstufen (kalt, temperiert, lauwarm, heiß) und verschiedene Füllmengen: 140, 250 oder 500 ml, eine individuell einstellbare Menge oder eine kontinuierliche Ausgabe.

Im Alltag ist das sehr praktisch. Für ein Glas stelle ich 110 ml ein, für eine Tasse oder Trinkflasche eine andere Menge und für ein ungewöhnliches Gefäß den Dauermodus.
Kaltwasser, erzeugt mit dem Peltier-Effekt
Der OVI II hat keinen Kompressor. Die Kühlung erfolgt über ein 125-W-Peltiermodul, eine elektronische Lösung, die ein kompaktes Gerät ermöglicht.
Der interne Tank fasst 1,5 Liter kaltes Wasser. OVI gibt eine Leistung von etwa 1,5 l/h bei 6 °C oder 3 l/h bei 10 °C an. Die Temperatur lässt sich zwischen 4 und 15 °C einstellen; OVI empfiehlt 10 °C.

Wer viel trinkt, sollte bedenken, dass die Kaltwassermenge im Gegensatz zum Warmwasser begrenzt ist. Eine Familie, die nacheinander mehrere große Trinkflaschen mit eiskaltem Wasser füllt, kann mehr Wasser benötigen, als das System auf einmal kühlen kann.
Für ein paar Gläser über den Tag verteilt entspricht das hingegen sehr gut dem üblichen Gebrauch eines Wasserspenders zu Hause.
Fast sofort heißes Wasser
Es gibt keinen Warmwasserspeicher, der ständig auf Temperatur gehalten werden muss. Der OVI II erhitzt das Wasser beim Durchlaufen mithilfe eines 2100-W-Thermoblocks. So steht heißes Wasser bei Bedarf zur Verfügung, ohne dass den ganzen Tag mehrere Liter auf 85 oder 90 °C gehalten werden müssen.
Laut Anleitung lässt sich die Temperatur zwischen 45 und 95 °C einstellen; empfohlen werden 85 °C.

Für Tee, Aufgüsse oder eine schnelle Zubereitung in der Küche ist das wirklich praktisch.
Eine Kindersicherung ist standardmäßig aktiviert, damit Kinder nicht versehentlich heißes Wasser ausgeben können.
Ein Fläschchenmodus mit 40 °C
OVI hat auch lauwarmes Wasser für Babyfläschchen vorgesehen. Die Temperatur lässt sich zwischen 30 und 45 °C einstellen (empfohlen werden 40 °C). Das Gerät erhitzt das Wasser direkt auf diese Temperatur, statt kaltes und sehr heißes Wasser zu mischen.

So eine Funktion wirkt nebensächlich, bis man zum ersten Mal um drei Uhr morgens ein Fläschchen zubereiten muss. Vor 15 Jahren hätte ich mir so etwas gewünscht :p
Und Sprudelwasser?
Wer gerne Sprudelwasser trinkt, etwa wie aus einem Sodastream, bekommt diese Funktion beim OVI II nicht standardmäßig. So bleibt das Gerät möglichst kompakt. Der Hersteller bietet aber den Ovibul an: ein relativ klassischer, aber durchaus schicker Wassersprudler, der optisch zum OVI II passt.

Er funktioniert mit einer einschraubbaren CO2-Flasche, ganz klassisch (ich verwende meine übliche Sodastream-Flasche).

Das bedeutet zwar ein zusätzliches Gerät, aber der Ovibul hat den Vorteil, dass er eine 1-Liter-Flasche verwendet. Bei Jimmy oder Hydrofast ist die Sprudelfunktion zwar integriert, aber es lassen sich nur 500-ml-Flaschen verwenden. Auch damit kommt man bei uns zu Hause mit fünf Personen nicht weit. Wenn man zum Beispiel für einen Pizzaabend Limonade haben möchte, sollte man mehrere Flaschen bereithalten.

Eine einfache Benutzeroberfläche, die mehr kann, als man denkt
Der Bildschirm wirkt minimalistisch, verbirgt aber eine ganze Reihe von Einstellungen. Hält man die Menütaste fünf Sekunden lang gedrückt, erhält man Zugriff auf die Temperaturen, die Kindersicherung, das Ein- und Ausschalten von Heizung und Kühlung, die Tastentöne, den Eco-Modus, die Nachtbeleuchtung, die Reinigung und den Filterstatus. Ehrlich gesagt ist es sogar der umfangreichste Bildschirm, den ich bei einem Gerät dieser Art bisher gesehen habe.

Ich finde es gut, dass man die Heizung oder Kühlung ausschalten kann, wenn man sie nicht nutzt: Bei längerer Abwesenheit muss man das Wasser nicht unnötig kalt halten. Außerdem gibt es einen Eco-Modus.
Was man allerdings nicht findet, ist die TDS-Anzeige der Jimmy M9 und Hydrofast C300 mit ihrem deutlich sichtbaren „250 ppm → 20 ppm“. OVI zeigt keinen TDS-Wert an, was nachvollziehbar ist: Da die Ultrafiltration die gelösten Mineralien durchlässt, sinkt der TDS-Wert nicht so stark wie bei einer RO-Membran. Ihn als Verkaufsargument zu nutzen, würde daher wenig Sinn ergeben.
Wartung: zwei Filter alle sechs Monate
Die Filter sind für 2100 Liter oder sechs Monate ausgelegt, je nachdem, was zuerst eintritt.
Das Gerät überwacht den Verschleiß und warnt, wenn das Ende der Nutzungsdauer näher rückt. Die Anzeige blinkt weiß, wenn weniger als ein Monat oder weniger als 150 Liter übrig sind, und leuchtet rot, sobald weniger als 50 Liter verbleiben.
Der Filtersatz kostet derzeit 75 €, das entspricht bei empfohlenem Wechselintervall etwa 150 € pro Jahr. OVI bietet auch ein Abonnement an.
Der Austausch ist einfach: Man nimmt die Abdeckung und die Front ab, dann sind beide Kartuschen zugänglich.
Allerdings gibt es einen Schritt, den man nicht vergessen darf.
Entkalken bei jedem Filterwechsel
Wer die Mineralien im Wasser behält, behält auch einen Teil des Kalks. Deshalb hat OVI ein Entkalkungsprogramm vorgesehen, das bei jedem Filterwechsel gestartet werden sollte, also etwa alle sechs Monate.
Dazu muss man den Wasserhahn der Zuleitung schließen, den vorgesehenen Schlauch an den CLEAN/DRAIN-Eingang anschließen und 1,5 Liter Wasser mit einem flüssigen Entkalker vorbereiten. Von der Verwendung von weißem Essig rät OVI ab.
Das Programm führt anschließend vier Zyklen im Abstand von zehn Minuten durch und verbraucht etwa einen Liter der Lösung.
Der OVI II braucht also etwas Wartung, aber zweimal im Jahr ist das noch überschaubar.
OVI II, Jimmy M9 oder Hydrofast C300: Welches Gerät ist das richtige?
Nachdem ich alle drei Geräte verwendet habe, finde ich, dass sie nicht ganz denselben Bedarf abdecken.
Der Hydrofast C300 lässt sich am einfachsten installieren: Man füllt seinen 5-Liter-Tank, schließt das Gerät an und fertig. Seine RO-Membran mit 0,0001 µm reinigt das Wasser sehr gründlich, und zu den sieben Filtrationsstufen gehört auch eine UV-Desinfektion. Er erhitzt Wasser auf mehrere Temperaturen, gibt kaltes Wasser und sogar Sprudelwasser aus. Damit ersetzt er einen Wasserspender, einen Wasserkocher und einen Sodastream in einem Gerät. Sein größter Nachteil liegt im Grundprinzip eines Auftisch-Osmosegeräts: Der Tank muss regelmäßig nachgefüllt und das konzentrierte Wasser entsorgt werden.
Der Jimmy M9 geht beim All-in-one-Konzept noch weiter: Je nach hinzugefügtem Modul erhält man frisches Wasser, Sprudelwasser, Eiswürfel oder sogar Crushed Ice. Dafür ist das Gerät ziemlich groß, der Tank muss von Hand befüllt werden und bei der Osmose entsteht ebenfalls konzentriertes Wasser.

Der OVI II geht den umgekehrten Weg. Er nutzt keine Osmose, hat weder einen Tank für Rohwasser noch konzentriertes Wasser, das entsorgt werden muss, und braucht keine Remineralisierung, da die Mineralien das System größtenteils passieren. Dafür braucht man einen Trinkwasseranschluss in der Nähe und muss eine kleine Installation an der Wasserleitung in Kauf nehmen.
Für eine dauerhafte Installation in einer Küche mit Leitungswasseranschluss ist er meiner Meinung nach die sinnvollste Wahl. Wer zur Miete wohnt und keine Wasserleitungen verändern möchte, ist mit dem Jimmy oder dem Hydrofast besser beraten.
Bei Brunnenwasser oder Wasser mit ungewisser Qualität würde ich eher auf eine passend dimensionierte Umkehrosmoseanlage setzen und vor dem Kauf unbedingt eine Wasseranalyse durchführen lassen. Der OVI II ist nicht dafür gedacht, Wasser, das nicht trinkbar ist, in Trinkwasser zu verwandeln.
Ultrafiltration oder Umkehrosmose: Es gibt keinen universellen Sieger
Nachdem ich Auftisch-Osmosegeräte kennengelernt hatte, dachte ich, eine Filtration mit 0,0001 µm sei grundsätzlich besser. Sie ist feiner, das stimmt. Aber das braucht man nicht immer.
Bei Trinkwasser aus dem französischen Leitungsnetz überzeugt mich der Ansatz von OVI: Sedimente, Chlor, ein großer Teil der Schadstoffe und Mikroorganismen werden entfernt, während die Mineralien erhalten bleiben. Man vermeidet das Abwasser der Umkehrosmose und erhält ein sehr kompaktes Gerät.
Wenn Herkunft oder Zusammensetzung des Wassers eine deutlich gründlichere Reinigung erfordern, bleibt die Umkehrosmose die richtige Lösung. Deshalb wird sie beispielsweise bei der Entsalzung oder bei stark belastetem Wasser eingesetzt.
Die richtige Wahl hängt also stärker vom Wasser aus dem eigenen Hahn ab als von der angegebenen Porengröße der Membran.
Mein Fazit zum OVI II
Mit diesem Test habe ich eine andere Möglichkeit kennengelernt, Wasser zu Hause zu filtern. Der OVI II versucht nicht, alles zu entfernen. Er geht von bereits trinkbarem Leitungswasser aus und filtert es zusätzlich, während die Mineralien erhalten bleiben. Da er keine Umkehrosmosemembran verwendet, leitet er kein Wasser ab – das ist für mich eines seiner stärksten Argumente im Alltag.
Ist er einmal installiert, lässt er sich sehr angenehm nutzen. Er ist direkt an die Wasserleitung angeschlossen, sodass kein Tank nachgefüllt werden muss: Man stellt ein Glas oder eine Tasse darunter, wählt Menge und Temperatur, und fertig. Kaltes, temperiertes, lauwarmes oder heißes Wasser kommt aus demselben Gerät.
Ein paar Einschränkungen gibt es dennoch. Für den Anschluss ist zunächst eine kleine Installation nötig, und das Gerät lässt sich danach nicht mehr so leicht umstellen. Die Filter müssen alle sechs Monate gewechselt werden, was beim aktuellen Preis etwa 150 € pro Jahr kostet. Und mit 599 € (549 € mit unserem exklusiven Rabattcode MAISON-DOMO50) ist der OVI II eine Investition. OVI bietet allerdings Abonnements an: zu den derzeitigen Konditionen 23 €/Monat für 36 Monate oder 30 €/Monat für 24 Monate. Mit dem Code MAISON-DOMOABO50 erhält man auch hier 50 € Rabatt (10 € sofort und 10 € auf die ersten 4 Monatsraten des künftigen Abonnements, sobald dieses bestätigt wurde).
Für eine dauerhafte Installation in einer Küche mit Leitungswasseranschluss finde ich das Gerät wirklich durchdacht. Man muss keine Wasserflaschen mehr schleppen, keinen Tank mehr auffüllen und verschwendet kein Wasser. Außerdem hat man jederzeit frisches oder heißes Wasser zur Hand.
Es ist eine andere Art der Wasseraufbereitung – und vor allem ein Gerät, das man gerne jeden Tag benutzt.




