Die Solar-Paketlösung ist vorbei: Zendure verändert sich komplett mit dem PowerHub

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Zendure geht in der Energieverwaltung von Wohngebäuden in die nächste Runde. Nach der Enthüllung der neuen SolarFlow Mix-Serie in Lille während einer Veranstaltung mit Enecsol, gibt der Hersteller nun offiziell den Start des PowerHub bekannt, einer zentralen Einheit, die dafür gedacht ist, die gesamte Energie des Hauses zu steuern.

Und klar ist, dass es nicht mehr einfach nur eine „große Solar-Batterie“ ist. Mit dem PowerHub will Zendure nun alle Energieflüsse des Haushalts steuern: Photovoltaik-Produktion, Speicherung, Aufladen von Elektroautos, Notstromversorgung, Wärmepumpen und vernetzte Geräte.

Das Interessanteste an diesem Ansatz ist, dass er perfekt mit der aktuellen Entwicklung der Nutzungen übereinstimmt. Angesichts des Rückgangs des Einspeisetarifs für überschüssige Solarenergie, der Explosion der Elektrofahrzeuge und dem ständigen Anstieg des Haushaltsverbrauchs stoßen selbst einfache Plug-and-Play-Solarkits schnell an ihre Grenzen. Während der Präsentation in Lille erklärte Zendure zudem sehr gut diesen Paradigmenwechsel: Heute ist das Ziel nicht mehr nur zu produzieren, sondern vor allem, seine Energie intelligent zu optimieren und zu speichern.

PowerHub: das Gehirn der Energieinstallation

Der PowerHub fungiert als zentrale Plattform, die mehrere SolarFlow Mix-Einheiten gleichzeitig koordinieren kann. Während eine herkömmliche Batterie relativ autonom arbeitet, orchestriert der PowerHub das gesamte Energieökosystem des Hauses.

Konkret überwacht das System sowohl die Batterien, die Photovoltaik-Module, das Laden des Elektrofahrzeugs, die energieintensiven Geräte des Hauses und sogar die Notstromversorgung im Falle eines Stromausfalls. Während der Demonstration in Lille stellte Zendure den PowerHub als „das Gehirn Ihrer Photovoltaikanlage“ vor. Eine letztlich treffende Definition.

Die Idee ist simpel: die Selbstversorgung in Echtzeit zu maximieren. Wenn die Module viel produzieren, kann das System die Batterien aufladen, das Haus versorgen und bestimmte energieintensive Anwendungen starten, wie das Laden des Elektroautos oder die Wärmepumpe. Umgekehrt, wenn die Solarproduktion sinkt, vermittelt der PowerHub automatisch zwischen Batterie und Netz, um den Kauf von Strom zu minimieren.

Ein System, das darauf ausgelegt ist, mit den Bedürfnissen des Haushalts zu wachsen

Das ist wahrscheinlich einer der interessantesten Punkte des Systems. Der PowerHub ist nicht auf eine einzige Batterie beschränkt. Er kann bis zu drei SolarFlow 4000 Mix-Einheiten miteinander vernetzen und so eine kumulierte Leistung von bis zu 12 kW erreichen.

Zendure denkt auch groß in Bezug auf die Speicherung. Jede Einheit startet mit 8 kWh, aber es wird möglich, die Kapazität schrittweise auf bis zu 50 kWh pro System oder sogar 150 kWh bei bestimmten Mehrfach-Einheiten-Konfigurationen zu erweitern.

Man kann also sagen, dass wir nicht mehr von einer einfachen Balkonspeicherung sprechen, die einige Geräte am Abend versorgt. Hier zielt Zendure klar auf stark elektrifizierte Häuser ab, mit Wärmepumpe, Elektroauto-Ladestationen und hohen Energiebedarfen.

Der Hersteller kündigt zudem eine Kompatibilität mit besonders leistungsstarken Photovoltaikanlagen an: bis zu 43 kW dreiphasige photovoltaische Eingänge, 14 kW einphasig und 12 kW Batteriespeisung. Es scheint, dass Zendure nun sowohl anspruchsvolle Privatkunden als auch professionelle Installateure ansprechen möchte.

Eine echte Backup-Lösung für Stromausfälle

Der PowerHub bietet auch eine besonders interessante Funktion: den erweiterten Backup-Modus.

Im Falle eines Netzunterbruchs erkennt das System den Ausfall automatisch und wechselt innerhalb von etwa 10 Millisekunden in den Notstrombetrieb. In der Praxis ermöglicht dies die Versorgung bestimmter kritischer Stromkreise im Haus, wie Kühlschrank, Gefrierschrank, Beleuchtung, Internetbox oder Computerhardware.

Das ist ein echter Vorteil in ländlichen Gebieten oder in Bereichen, die anfällig für Mikroausfälle sind. Und angesichts der Zunahme klimatischer Ereignisse wird diese Funktionalität wirklich relevant.

Ein weiteres interessantes Detail: Das System ist in der Lage, autonom neu zu starten („black start“), was ermöglicht, die Installation selbst nach einem vollständigen Stromausfall wieder in Gang zu bringen.

Intelligente Verwaltung mit KI-Unterstützung

Wie viele Akteure in der Branche setzt Zendure stark auf künstliche Intelligenz, um die Energieflüsse zu optimieren.

Der PowerHub basiert unter anderem auf HEMS 2.0, ZENKI AI 2.0, ZEN+OS und ZenGuard. Das System analysiert kontinuierlich die Solarproduktion, das Wetter, die Verbrauchsgewohnheiten des Haushalts, den Zustand der Batterien und sogar die dynamischen Stromtarife.

Das Ziel ist es, die Batterien zum rentabelsten Zeitpunkt zu laden und zu entladen. Zendure kündigt sogar bis zu 73 % zusätzliche Einsparungen im Vergleich zu einer klassischen Steuerung an, die nur auf einem CT-Zähler basiert.

Alles funktioniert lokal, ohne totale Abhängigkeit von der Cloud, was in Bezug auf Datenschutz und Reaktionsfähigkeit beruhigend ist.

Eine Kompatibilität, die für vernetzte Häuser gedacht ist

Eine weitere angenehme Überraschung: Zendure scheint vermeiden zu wollen, ein komplett geschlossenes Ökosystem zu schaffen.

Der PowerHub ist mit Ladegeräten für Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen, bestimmten Smart-Home-Systemen und Drittanbieterwechselrichtern kompatibel. Die Standards SG-Ready, EEBus und VPP-Ready werden ebenfalls unterstützt.

Während der Fragerunde in Lille bestätigte das Zendure-Team zudem die Möglichkeit, die SolarFlow Mix-Batterien mit dem bestehenden HEMS der Marke zu verwenden.

Für Liebhaber von Home Assistant oder fortschrittlicher Hausautomation eröffnet das interessante Möglichkeiten. Auch wenn Zendure noch recht vorsichtig bezüglich der vollständigen Öffnung der APIs ist.

Eine vereinfachte Installation für Fachleute

Der PowerHub zentralisiert mehrere Funktionen, die normalerweise auf verschiedene Geräte verteilt sind. Energieverwaltung, Backup, Multi-Batterie-Steuerung, Überwachung oder Elektroauto-Ladung: alles wird in einer einzigen Architektur zusammengefasst.

Das Ergebnis: weniger Material zu vervielfältigen, weniger komplexe Verkabelung und eine leichter nachvollziehbare Installation für Fachleute.

Zendure bietet auch eine spezielle Plattform für Installateure an, die in der Lage ist, den gesamten installierten Kundenpark zu überwachen, Warnmeldungen zu verfolgen und den Kundendienst zu erleichtern. Ein Punkt, der sicher die Integratoren und Photovoltaik-Installateure ansprechen kann.

Verfügbarkeit des Zendure PowerHub

Der PowerHub ist jetzt erhältlich, zu einem Preis von 719 € (statt 859 €) für die einphasige Version und 839 € (statt 999 €) für die dreiphasige Version.

Mit dem PowerHub versucht der Hersteller nicht mehr einfach nur, eine Solar-Batterie zu verkaufen. Er versucht nun, ein echtes komplettes Energie-Ökosystem für Haushalte zu schaffen, das mit viel schwereren und kostspieligeren Lösungen auf dem Wohnungsmarkt konkurrieren kann. Und angesichts der aktuellen Entwicklungen im Energiesektor scheint der Zeitpunkt besonders gut gewählt zu sein.

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