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Schauen Sie sich einfach einmal um. Ein Fernseher, eine Spielekonsole, ein paar Lautsprecher, ein Laptop, ein Smartphone, das auf dem Couchtisch lädt … Allein im Wohnzimmer stehen manchmal Geräte im Wert von mehreren Tausend Euro. Und dabei spreche ich noch gar nicht von der Küche, der Garage oder dem berühmten Schrank, in dem wir seit zehn Jahren Dinge stapeln!
Das Problem ist, dass man den tatsächlichen Wert all dieser Dinge selten kennt. Noch unangenehmer: Könnten Sie morgen früh eine genaue Liste Ihrer Besitztümer erstellen – mit Marke, Modell, Kaufpreis, Seriennummer und einer Rechnung für die teureren Stücke?
Solange alles gut geht, hat das nicht gerade Priorität. Nach einem Einbruch, einem Brand oder einem größeren Wasserschaden könnte man es allerdings bereuen, sich nicht ein paar Stunden für diese Bestandsaufnahme genommen zu haben. Die gute Nachricht: Mit einem Smartphone und ein paar digitalen Werkzeugen ist das Ganze heute viel weniger mühsam, als es klingt.
Hausratversicherung: wissen, welche Gegenstände sich im eigenen Zuhause befinden
Eine Bestandsaufnahme ermöglicht zunächst einen viel realistischeren Überblick darüber, was sich in der eigenen Wohnung befindet. Außerdem ist sie eine gute Gelegenheit, sich mit dem eigenen Hausratversicherungsvertrag zu befassen und zu prüfen, ob die abgeschlossenen Versicherungsleistungen noch zur aktuellen Situation passen.
Ein Haushalt verändert sich nämlich viel schneller, als man denkt. Der Fernseher wurde ersetzt, ein NAS ist ins Arbeitszimmer eingezogen, die Kinder haben inzwischen jeweils einen eigenen Computer, ein Saugroboter übernimmt die Hausarbeit und in der Werkstatt hat sich nach und nach Werkzeug angesammelt. Für sich genommen scheint jeder Kauf vernünftig. Über mehrere Jahre hinweg summiert sich das Ganze jedoch zu einem deutlich höheren Betrag.
Das ist also ein guter Zeitpunkt, um die Leistungen des Versicherers und die Vertragsbedingungen zu prüfen. Die Cardif-Versicherung für Ihr Zuhause ermöglicht es beispielsweise, den Schutz des eigenen Zuhauses und der darin befindlichen Gegenstände an die persönliche Situation anzupassen. Wie bei jeder Versicherung sollte man vor allem die Leistungen, Höchstgrenzen, Selbstbeteiligungen und Bedingungen prüfen, die den eigenen Bedürfnissen entsprechen, statt nur auf die Höhe des Beitrags zu achten.
Eine Bestandsaufnahme hat noch einen weiteren Vorteil: Sie hält Informationen zu den eigenen Besitztümern fest. Fotos, Rechnungen, Referenznummern und Seriennummern sind Unterlagen, die sich bei Bedarf schnell wiederfinden lassen. Welche Nachweise verlangt werden und wie die Entschädigung erfolgt, hängt natürlich vom Vertrag und von der Art des Schadens ab.
Beginnen Sie mit Ihrem Smartphone und gehen Sie Raum für Raum vor
So klingt es erst einmal, als wäre die Bestandsaufnahme eines ganzen Hauses ein guter Grund, die Sache auf das nächste Wochenende zu verschieben. Und dann auf das darauffolgende. Das Geheimnis besteht gerade darin, nicht alles auf einmal erledigen zu wollen.
Beginnen Sie mit einem einzigen Raum. Zum Beispiel mit dem Wohnzimmer. Machen Sie ein oder mehrere Übersichtsaufnahmen und nehmen Sie dann die wertvolleren Gegenstände genauer unter die Lupe. Notieren Sie für jeden mindestens die Bezeichnung, die Marke, das Modell und, sofern zugänglich, die Seriennummer. Fügen Sie ein Foto und den ungefähren oder tatsächlichen Kaufpreis hinzu. Wenn Sie die Rechnung noch haben, hängen Sie sie an den jeweiligen Eintrag an.
Ein Foto der Seriennummer kann übrigens viel Zeit sparen. Sie müssen nicht sofort die 18 winzigen Zeichen abtippen, die auf der Rückseite des Fernsehers stehen, während Sie sich mit einer Taschenlampe verrenken.
Gehen Sie danach zum Arbeitszimmer, zu den Schlafzimmern, in die Küche, in die Garage …
Kürzlich getätigte Käufe lassen sich in der Regel leicht dokumentieren, da elektronische Rechnungen oft in E-Mails oder Kundenkonten der Geschäfte zu finden sind. Bei älteren Gegenständen ist ein Foto zusammen mit der Referenznummer bereits eine nützliche Information.
Diese kleine Aufgabe hält manchmal Überraschungen bereit. Rechnet man Computer, Haushaltsgeräte, Audio- und Videogeräte, Werkzeuge, Fahrräder und all die Dinge zusammen, die sich im Laufe der Jahre ansammeln, kann der Gesamtwert des Hausrats weit von der Schätzung entfernt sein, die man aus dem Stegreif abgeben würde.
HomeBox: ein quelloffenes, selbst gehostetes Inventar für den Haushalt
Für den Anfang reicht eine Tabellenkalkulation völlig aus. Wer sich jedoch für NAS, Docker und selbst gehostete Lösungen begeistert, kann noch viel weiter gehen.
HomeBox ist ein Open-Source-Projekt, das eigens für die Verwaltung des Hausinventars entwickelt wurde. Die Anwendung lässt sich auf dem eigenen Server installieren, zum Beispiel auf einem NAS oder einem kleinen Heimserver, und anschließend über eine Weboberfläche nutzen.

Der Vorteil: Die Gegenstände lassen sich damit viel übersichtlicher organisieren als in einem Ordner voller einzelner Fotos.
So lassen sich die verschiedenen Räume oder Bereiche des Hauses anlegen und die entsprechenden Gegenstände ihnen zuordnen. Jeder Eintrag kann zahlreiche nützliche Informationen enthalten: Beschreibung, Hersteller, Modell, Seriennummer, Kaufpreis, Kaufdatum, Garantie, Fotos oder auch zugehörige Dokumente. Mit benutzerdefinierten Feldern lässt sich das Inventar an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel. Unter „Arbeitszimmer“ kann ich mein NAS mit dem genauen Modell, der Seriennummer, dem Kaufdatum und dem Kaufpreis, einem Foto sowie der dazugehörigen Rechnung erfassen. Ein paar Monate später muss ich dann nicht mehr meine E-Mails durchforsten, um herauszufinden, wann es gekauft wurde oder ob noch Garantie darauf besteht.
HomeBox verwendet unter anderem SQLite für seine Datenbank und kann mit Docker bereitgestellt werden. Damit ist es eine besonders interessante Lösung für alle, die bereits ein NAS oder einen kleinen Server zu Hause haben.
Da es sich um freie Software handelt, können das Projekt und sein Quellcode direkt auf GitHub eingesehen werden.
Weitere Open-Source-Lösungen zur Inventarisierung des eigenen Hausrats
HomeBox ist nicht die einzige Möglichkeit. HomeAsset verfolgt eine ähnliche Philosophie, mit lokalem Betrieb und einer durchdachten Organisation der Aufbewahrungsorte.
Man kann zum Beispiel eine Hierarchie wie „Haus > Garage > Regal > Kiste“ festlegen. Wer schon einmal eine Stunde lang nach einem Kabel, einem Werkzeug oder einem Ersatzteil gesucht hat, versteht sofort, was daran so praktisch ist!

Gegenstände können mit Fotos, Dokumenten, Kategorien, Tags, Notizen und verschiedenen benutzerdefinierten Feldern versehen werden. Das Inventar lässt sich außerdem ins CSV-Format exportieren – das ist immer beruhigend, wenn man einer Anwendung Daten aus mehreren Jahren anvertraut.
Home OS entwickelt das Konzept stärker in Richtung eines persönlichen Katalogs weiter. Der Schwerpunkt liegt etwas anders: Es geht vor allem darum, zu wissen, wo sich die Gegenstände befinden, und nicht nur, wie viel sie wert sind. So lassen sich Bücher, Kleidung, Dokumente, Geräte oder sonstige Gegenstände katalogisieren und über die Suche wiederfinden. Außerdem kann die Anwendung Aufgabenlisten und sogar Putzpläne verwalten.

Diese Lösungen zeigen es deutlich: Ein Hausinventar ist für weit mehr nützlich, als nur eine Versicherungsakte vorzubereiten. Eine Rechnung wiederzufinden, ein Kaufdatum zu überprüfen, die genaue Modellbezeichnung eines Geräts herauszufinden oder zu entdecken, wo man den vor drei Jahren gekauften Adapter verstaut hat – das sind viel alltäglichere Anwendungsfälle.
Rechnungen und Fotos: Denken Sie auch an digitale Dokumente
Rechnungen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Heute kommen viele per E-Mail und werden nie ausgedruckt. Das ist praktisch – bis man eines Tages eine fünf Jahre alte Rechnung wiederfinden muss.
Bei einem größeren Kauf kann man sich angewöhnen, die Rechnung sofort im Inventar abzulegen und so dieses Problem vermeiden. Auch ein Foto des Produkts und seiner Seriennummer ist in wenigen Sekunden gemacht.
Es kann außerdem sinnvoll sein, einige Übersichtsaufnahmen von jedem Raum aufzubewahren. Sie geben einen Gesamtüberblick über das Zuhause zu einem bestimmten Zeitpunkt und halten fest, welche Ausstattung vorhanden ist.
So wird das Inventar zu einer Art digitalem Gedächtnis des Hauses. Und wie jedes digitale Gedächtnis muss auch dieses gesichert werden.
Bewahren Sie das einzige Exemplar des Inventars auf keinen Fall … im Haus auf
Das ist die Falle!
HomeBox auf dem NAS im Arbeitszimmer zu installieren, alle Rechnungen und Fotos dort abzulegen und die Sache dann für erledigt zu halten, wäre ziemlich schade. Wenn das Inventar gerade nach einem größeren Diebstahl, einem Brand oder einem anderen schweren Schadensfall nützlich sein soll, darf die einzige Kopie nicht zusammen mit allem anderen verschwinden.
Hier kommt die gute alte 3-2-1-Backup-Regel voll zum Tragen: mehrere Kopien der Daten auf unterschiedlichen Datenträgern, von denen sich mindestens eine an einem anderen Ort befindet.
Man kann zum Beispiel die Datenbank und Dokumente automatisch an einem externen Speicherort sichern. Das kann ein angemessen geschützter Cloud-Speicher, ein zweites NAS an einem anderen Wohnort oder ein extern aufbewahrtes Speichermedium sein. Bei Dokumenten mit Rechnungen und persönlichen Informationen ist es natürlich eine ausgezeichnete Idee, das Backup zu verschlüsseln.
Dieser Rat geht übrigens weit über das Inventar hinaus. Familienfotos und Verwaltungsdokumente, die auf einem NAS gespeichert sind, verdienen genau dieselben Vorsichtsmaßnahmen.
Wenn digitale Lösungen auch die Schritte nach einem Schadensfall erleichtern
Auch die Versicherungsbranche digitalisiert sich seit mehreren Jahren. Schadensmeldungen online, die Übermittlung von Fotos und Dokumenten, die Bearbeitung von Fällen: Viele Vorgänge lassen sich inzwischen aus der Ferne erledigen.
Wir hatten auf Maison et Domotique übrigens bereits erklärt, wie Systeme zur sofortigen Entschädigung funktionieren.
Gut sortierte Unterlagen machen in solchen Situationen einen großen Unterschied. Wenn man eine Rechnung, eine Referenznummer oder ein Foto finden muss, ist es besser, einen vollständig ausgefüllten Eintrag zu öffnen, als zehn Jahre E-Mails und ein paar Tausend Smartphone-Fotos zu durchforsten.
Letztlich gehört die Erstellung eines digitalen Hausinventars zu den Aufgaben, die man leicht aufschiebt, weil sie nie dringend zu sein scheinen. Dabei muss man einfach schrittweise vorgehen. An diesem Wochenende ein Raum, in der nächsten Woche ein weiterer – und sich dann angewöhnen, jeden größeren Neukauf hinzuzufügen.
Mit einer Open-Source-Lösung wie HomeBox, die auf einem NAS installiert und ordentlich gesichert ist, kann das Ganze sogar ziemlich unterhaltsam werden. Und mit etwas Glück wird dieses Inventar nie dazu dienen, die Folgen eines Schadensfalls zu dokumentieren. Trotzdem ist es sehr praktisch, um eine Rechnung wiederzufinden, Garantien zu verwalten und endlich die große existenzielle Frage zu beantworten: „Wo zum Teufel habe ich diesen verdammten Adapter hingelegt?“

