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Das Licht vom Sofa aus einzuschalten, ist praktisch. Eine Hausautomation, die die Stromrechnung senkt und Ihnen obendrein jedes Jahr ein paar Dutzend Euro einbringt, ist eine ganz andere Geschichte!
Genau in diese Richtung entwickelt sich Enki. Kurz vor Beginn der Heizsaison setzt die Smart-Home-Lösung von Leroy Merlin voll auf Energie: Der Energiebonus gilt jetzt auch für Warmwasserbereiter, ein neues Modul für weniger als 30 € macht einen vorhandenen Heizkörper vernetzbar, die Liste kompatibler Heizkörper wird deutlich länger und die App überarbeitet ihre Energiesteuerung.
Ich war bei der Vorstellung dieser neuen Strategie durch das Enki-Team dabei. Die neuen Produkte sind eine Sache, doch die Grundidee geht weiter: Tausende Heizkörper und Warmwasserbereiter in einen riesigen Flexibilitätspool zu verwandeln, der das Stromnetz entlastet, wenn es unter Druck steht … und die teilnehmenden Haushalte dafür bezahlt.
Der Energiebonus gilt jetzt auch für Warmwasserbereiter
Den Energiebonus gab es bereits für kompatible elektrische Heizkörper von Enki. Das Prinzip ist clever: Statt um jeden Preis Strom zu verbrauchen, wenn das Netz stark ausgelastet ist, reduziert Enki vorübergehend den Verbrauch bestimmter Geräte. Im Gegenzug wird der Nutzer dafür bezahlt.
Bei Heizkörpern kann der Bonus bis zu 15 € pro Gerät und Jahr betragen. Jetzt wird das Programm auf elektrische Warmwasserbereiter ausgeweitet, mit bis zu 40 € pro Jahr.
Ein Haushalt mit vier kompatiblen Heizkörpern und einem Warmwasserbereiter kann also bis zu 100 € pro Jahr erhalten.

Keine Sorge, niemand schaltet Ihnen die Heizung ab, wenn es draußen -5 °C hat!
Enki hat den Mechanismus während der Konferenz genauer erläutert. Wenn das Stromnetz eine Verbrauchsreduzierung anfordert, werden die angemeldeten Heizkörper abwechselnd in 15-Minuten-Intervallen gesteuert. Der Nutzer entscheidet, welche Geräte am Energiebonus teilnehmen. Die abgerufene Leistung wird eine Weile reduziert, ohne dass die Temperatur im Haus spürbar sinkt.
Beim Warmwasserbereiter ist es noch einfacher. Ob Ihre 200 Liter um 14 Uhr oder um 22 Uhr erhitzt werden, ist im Grunde egal – Hauptsache, es gibt warmes Wasser, wenn Sie es brauchen. Und ein Smart Home weiß sehr gut, wie es diese Flexibilität nutzen kann.
Ihr Warmwasserbereiter wird fast zu einer Batterie fürs Stromnetz
Ein Warmwasserspeicher speichert Energie in Form von Wärme. Deshalb lässt sich der Zeitpunkt des Aufheizens verschieben.
Gibt es zu einer bestimmten Tageszeit überschüssigen Strom, startet Enki den Heizvorgang. Bei einem Verbrauchshoch verschiebt Enki ihn nach hinten.
Bei einem einzelnen Haus fallen ein paar verschobene Kilowattstunden im Vergleich zum französischen Stromnetz natürlich nicht ins Gewicht. Doch wenn Tausende Warmwasserbereiter und Heizkörper zusammenkommen, vielleicht morgen sogar Hunderttausende, wird es relevant.
Das ist das Prinzip eines virtuellen Kraftwerks: Viele kleine Geräte werden gebündelt, um gemeinsam eine beträchtliche steuerbare Leistung bereitzustellen.
Thomas Deflandre, Geschäftsführer von Enki-Home, brachte es mit einem anschaulichen Vergleich auf den Punkt: Wenn eine Million Haushalte ihren Verbrauch gleichzeitig verschieben, entspricht die freigesetzte Leistung etwa der eines Kernreaktors. Ziel ist es, Strom dann zu verbrauchen, wenn er besser verfügbar, günstiger und CO₂-ärmer ist.
Enki peilt bis 2030 in Frankreich mehrere Gigawatt steuerbare Leistung an.
Das ist weit mehr als ein einfacher smarter Thermostat.
Ein deutlich intelligenterer Warmwasserbereiter in der Enki-App
Das Ganze muss natürlich einfach bleiben. Niemand möchte vor dem Duschen erst den Zustand des Stromnetzes prüfen. Deshalb hat Enki die Steuerung des Warmwasserbereiters in seiner App grundlegend überarbeitet.
Um einen vorhandenen elektrischen Warmwasserspeicher zu vernetzen, braucht man ein Modul, das bei Leroy Merlin rund 39,90 € kostet. Anschließend zeigt die App Verbrauch und Leistung an und bietet mehrere Betriebsmodi.

So kann man das Warmwasser während des Urlaubs beispielsweise komplett abschalten und die Wiederinbetriebnahme für die Zeit vor der Rückkehr programmieren. Schluss mit der eiskalten Dusche am Sonntagabend nach der Heimkehr …
Außerdem gibt es einen Boost-Modus, mit dem sich das Aufheizen bei Bedarf erzwingen lässt, sowie individuelle Zeitpläne, die sich an den Gewohnheiten im Haushalt orientieren.
Die App verwaltet auch automatisch die Hoch- und Niedertarifzeiten. Enki kündigt vier Programmiermodi an. Außerdem gibt es jetzt Diagramme, mit denen sich der Verbrauch des Warmwasserspeichers verfolgen lässt.
Sobald der Warmwasserbereiter für den Energiebonus angemeldet ist, wird ein Teil dieser Steuerung automatisch an den Bedarf des Stromnetzes angepasst.
Sie müssen Ihre alten Heizkörper nicht ersetzen
Das ist für mich die sinnvollste Neuerung: Enki kümmert sich endlich ernsthaft um bereits installierte Heizkörper. Denn Leuten zu raten, fünf einwandfrei funktionierende Heizkörper durch fünf smarte Modelle für je 250 € zu ersetzen, um Strom zu sparen, lässt sich nur schwer rechtfertigen.
Enki bringt deshalb ein kleines externes Steuergerät für weniger als 30 € auf den Markt, mit dem sich ein vorhandener elektrischer Heizkörper vernetzen lässt.

Die externe Bauform hat auch einen praktischen Vorteil. Bisher musste man für die Installation eines Steuerungsmoduls normalerweise hinter den Heizkörper oder in eine Unterputzdose greifen. Mit diesem Steuergerät dürfte die Installation für deutlich mehr Menschen machbar sein.
Sobald der alte Heizkörper mit Enki verbunden ist, profitiert er von der intelligenten Steuerung und kann auch am Energiebonus teilnehmen.
Ich finde diesen Ansatz gelungen. Statt fortschrittliche Funktionen nur Haushalten mit nagelneuer Ausstattung vorzubehalten, bindet Enki auch den vorhandenen Gerätebestand in sein Ökosystem ein.
Smarte Heizkörper von Enki ab 89 €
Für alle, die ihre Heizkörper ohnehin austauschen müssen, erweitert Leroy Merlin parallel sein Angebot an kompatiblen Modellen. Laut Enki sind inzwischen 80 % des von Leroy Merlin verkauften Angebots an smarten Heizungen mit der Plattform kompatibel. Dazu zählen unter anderem Noirot, Sauter, Bestherm und Airelec; die günstigsten Modelle kosten laut Ankündigung ab 89 €.

Auch die Eigenmarke Equation bekommt mit Fuji eine neue Produktreihe mit 24 Modellen: Trockenträgheit, Flüssigkeitsträgheit oder Doppelheizkörper. Die offiziellen Preise beginnen bei 249 €.
Einige Modelle kommunizieren direkt mit Enki, ohne zusätzliche Bridge.
Kurz gesagt: Smarte Heizungen sind nicht länger nur teuren Heizkörpern für mehrere hundert Euro vorbehalten – und das ist eine gute Nachricht.
Die Heizungssteuerung wird übersichtlicher
Statt jeden Heizkörper einzeln zu programmieren, erstellt man Modi, die zum eigenen Tagesablauf passen: Homeoffice, abends zu Hause, Abwesenheit … Wählt man einen Modus aus, passen alle Heizkörper ihre Solltemperatur an.
Die raumweise Programmierung bleibt für alle verfügbar, die gern jedes Detail einstellen.
Die Benutzeroberfläche bietet jetzt einen klareren Gesamtüberblick über die Heizung. Außerdem gibt es eine Vorschaufunktion: Bevor man die Heizung ausschaltet oder eine Solltemperatur ändert, sieht man, welche Auswirkungen das haben wird.

Enki bietet derzeit keine echte Heizungssteuerung auf Basis der Geolokalisierung aller Haushaltsmitglieder. Dem Team zufolge wird das mit Kindern oder Personen, die ihr Smartphone nicht immer dabeihaben, schnell kompliziert. Man kann jedoch bereits Szenarien erstellen, die an die Alarmanlage gekoppelt sind. Alarm aktiviert, niemand zu Hause: Die Heizung wechselt in den Abwesenheitsmodus. Alarm deaktiviert: Das übliche Programm wird fortgesetzt. Das ist echte Hausautomation und vermutlich zuverlässiger als eine ungenaue Geolokalisierung.
Bis zu 710 € Ersparnis
Bei der Präsentation nannte Enki eine Zahl, die garantiert aufhorchen lässt: Ein Haushalt könnte mit dem gesamten Energiekonzept bis zu 710 € pro Jahr sparen.
Wichtig ist, was in diesem Betrag enthalten ist. Enki zahlt Ihnen nicht 710 €, und es handelt sich auch nicht ausschließlich um Einsparungen durch die Steuerung der Geräte. Die Berechnung summiert mehrere Faktoren: optimierte Heizungssteuerung, Energiebonus, Optimierung des Stromvertrags und weitere Einsparungen durch das Energiemanagement.
Bei der Heizung spricht Enki von bis zu 20 % Einsparung durch die Steuerung. Wie viel Sie tatsächlich sparen, hängt stark von Ihrer Wohnung ab: Dämmung, gewünschte Temperatur, installierte Geräte und vor allem Ihre bisherigen Gewohnheiten.
Der Energiebonus lässt sich dagegen viel einfacher beziffern: bis zu 15 € pro Heizkörper und 40 € pro Warmwasserbereiter und Jahr. Und anders als eine theoretische Ersparnis auf der Rechnung ist das eine Prämie, die tatsächlich ausgezahlt wird.
Enki wächst über sich hinaus
Für mich ist das die eigentliche Bedeutung dieser Ankündigungen.
Enki bleibt eine vielseitige Hausautomationsplattform: Beleuchtung, Rollläden, Alarmanlage, Kameras, Heizung. Das Ökosystem umfasst nach eigenen Angaben rund 500 kompatible Geräte von 25 großen Marken, darunter Somfy, Legrand, Netatmo, Philips Hue, Sauter und Acova.
Doch Energie rückt ganz klar ins Zentrum der Strategie, und ich denke, das ist die richtige Entscheidung. Jahrelang ging es beim Smart Home vor allem um Komfort: eine Lampe per Smartphone einschalten, die Rollläden automatisch schließen lassen oder einen Sprachassistenten bitten, die Heizung höher zu drehen.
Der nächste Schritt ist, diese Intelligenz zum Energiesparen zu nutzen.
Einen Heizkörper zu vernetzen, um ihn besser zu programmieren, ist schon gut. Tausende Heizkörper und Warmwasserbereiter zu vernetzen, ihren Verbrauch bei Bedarf des Stromnetzes automatisch zu verschieben und einen Teil des Mehrwerts an die Haushalte weiterzugeben, geht deutlich weiter.
Es bleibt abzuwarten, wie sich das in der Praxis bewährt. Lässt sich das neue Modul wirklich einfach installieren? Funktioniert die Steuerung gut? Werden die Einsparungen tatsächlich erreicht, und ist der Energiebonus transparent?
In ein paar Monaten haben wir sicher Gelegenheit, wieder darauf zurückzukommen und Bilanz zu ziehen! Auf dem Papier gefällt mir die Richtung jedenfalls sehr gut!



