IFA 2026 : Aqara erweitert sein Ökosystem mit Thread-, Zigbee- und Matter-Beleuchtung

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Ich bin von der IFA 2026 mit einem ziemlich klaren Eindruck von Aqara zurückgekehrt: Die Marke möchte nicht nur das Haus mit Sensoren, Schaltern und kleinen Smart-Home-Modulen ausstatten. Sie möchte jetzt auch die gesamte Lichtatmosphäre sowohl drinnen als auch draußen steuern.

Auf ihrem Stand in Berlin hat Aqara das Ganze durchaus clever angelegt. Anstatt fünf Neuheiten auf Präsentationsständern aufzustellen, hat der Hersteller ein Wohnzimmer nachgebaut, in dem Beleuchtung, Sensoren, Kameras, Schalter und Steuerungen gemeinsam arbeiteten. Eine gute Möglichkeit zu verstehen, wohin Aqara mit dieser neuen Produktlinie will: Licht wird zu einem vollwertigen Bestandteil der Szenarien im vernetzten Zuhause.

Aqara will nicht nur erkennen, sondern auch beleuchten

Dieser Kurswechsel ist durchaus logisch. Aqara hat bereits alles, was nötig ist, um zu wissen, was in einem Haus passiert: Bewegungs- und Präsenzmelder, Öffnungssensoren, Kameras, Schalter, Thermostate, Schlösser usw. Es fehlte letztendlich nur eine umfangreiche Lichtreihe, um all diese Informationen zu nutzen.

Das hat Aqara in Berlin mit fünf neuen Produkten vorgestellt: der Floor Lamp T1, dem LED Downlight T2, dem LED Strip T2, den Outdoor String Lights H1 und den Permanent Outdoor Lights H1.

Und es gibt ein besonders interessantes technisches Detail: Das gesamte neue Sortiment unterstützt sowohl Thread als auch Zigbee. Dieses doppelte Protokoll ermöglicht es letztendlich, sein Lager zu wählen… oder besser gesagt, sich nicht endgültig festlegen zu müssen.

Über Thread profitieren die Produkte nativ von Matter und können den wichtigsten Ökosystemen auf dem Markt beitreten: Apple Home, Google Home, Amazon Alexa, SmartThings, Home Assistant oder auch Homey. Mit Zigbee hingegen können sie tiefer in Aqara Home und dessen fortschrittliche Automatisierungen eingreifen, über ein Aqara-Hub.

Für jemanden, der einfach nur seinen Sprachassistenten auffordern möchte, das Licht einzuschalten, bringt Matter also die Einfachheit. Für Liebhaber komplexerer Szenarios behält Zigbee jedoch seine volle Relevanz.

Und ihr kennt mich: Genau dieser zweite Teil interessiert mich sehr ;-)

Floor Lamp T1: 18 Zonen zur Wandgestaltung

Die erste Neuheit ist eine Stehleuchte von 1,42 m Höhe. Aber die Floor Lamp T1 ist nicht wirklich dazu gedacht, die Deckenleuchte im Wohnzimmer zu ersetzen.

Ihr seitliches Licht ist dafür konzipiert, das Licht an die Wand zu projizieren und eine indirekte Atmosphäre zu schaffen. Typischerweise kann man sich die Lampe perfekt neben dem Fernseher für einen Filmabend vorstellen, hinter einem Sofa, in einer Gaming-Ecke oder einfach, um am Ende des Tages eine gemütliche Beleuchtung zu schaffen.

Aqara verwendet hier eine RGBIC-Technologie in Verbindung mit einem 16-Bit-Chip mit fünf Kanälen. Die Lampe hat hauptsächlich 18 unabhängig steuerbare Lichtzonen. Dadurch lassen sich wesentlich flüssigere Farbverläufe und Übergänge erzielen als mit einer klassischen RGB-Lampe.

Sie kann auch „echtes“ weißes Licht erzeugen. Die Farbtemperatur kann in einem besonders breiten Bereich von 2.000 bis 9.000 K eingestellt werden, mit einer maximalen Helligkeit von 1.000 Lumen und einem Farbwiedergabeindex von über 90.

Das Interesse wird noch offensichtlicher, wenn man sie mit dem Rest des Aqara-Ökosystems kombiniert. Stellen Sie sich einen FP2 oder FP300 vor, der Ihr Sitzen auf der Couch nach 21 Uhr erkennt: Ausschalten des Hauptlichts, Floor Lamp T1 auf 20 %, warme Temperatur und Aktivierung einer Kinoatmosphäre. Hier fangen wir an, von wirklich intelligenter Beleuchtung zu sprechen, nicht nur von einer Lampe, die über ein Smartphone gesteuert wird.

LED Strip T2: Aqara bringt seinen LED-Streifen ernsthaft auf Vordermann

Der LED-Streifen ist zu einem echten Klassiker im vernetzten Zuhause geworden. Hinter einem Fernseher, unter einem Küchenschrank, in einem Bücherregal oder entlang einer Decke ermöglicht er die einfache Schaffung einer indirekten Beleuchtung.

Der neue LED Strip T2 verbessert die Formel erheblich. Aqara kündigt nicht weniger als 108 LEDs pro Meter an. Diese hohe Dichte soll insbesondere den „Punkt-Effekt“ reduzieren, der bei vielen LED-Streifen anzutreffen ist. Der Hersteller übernimmt auch seinen 16-Bit-Chip mit fünf Kanälen und bietet 18 unabhängige Zonen pro 3-Meter-Sektion an. Das Ergebnis, das ich am Stand beobachten konnte, war recht überzeugend, insbesondere bei den Übergängen zwischen mehreren Farben.

Der Strip T2 kombiniert RGB und einstellbare Weißtöne von 2.000 bis 9.000 K, mit bis zu 1.750 Lumen und einem CRI über 90. Es sind drei Längen vorgesehen: 3, 5 und 10 Meter, mit einer angegebenen Leistung von 24 W.

Die Effekte können direkt in die Automatisierungen von Aqara Home integriert werden, und der Streifen kann auch auf Musik reagieren.

Doch Aqara fügt eine weitere recht unterhaltsame Funktion hinzu: Man kann jetzt sprachlich die gewünschte Atmosphäre beschreiben, und Aqara Home sorgt dann dafür, dass eine koordinierte Szene zwischen mehreren Lichtern erzeugt wird. Hier sehen wir die Funktion Gen-Scene und den Wunsch der Marke, mehr KI in die Erstellung der Szenarien einzubringen.

Es bleibt natürlich abzuwarten, wie sich das Ganze tatsächlich auf Französisch und in einem Haus mit vielen Geräten auswirken wird. Auf dem Papier ist die Idee jedenfalls vielversprechend.

LED Downlight T2: Matter bis in die Deckenstrahler

Das LED Downlight T2 ist visuell wahrscheinlich weniger spektakulär, könnte aber eines der interessantesten Produkte für eine vollständige Smart-Home-Installation sein.

Es handelt sich um einen besonders flachen Einbaustrahler mit nur 20 mm Dicke. Aqara richtet ihn daher insbesondere an abgehängte Decken mit wenig Tiefe. Zwei Größen sind vorgesehen, mit 4 und 6 Zoll.

Es werden zwei Varianten angeboten.

  • Die CCT-Version konzentriert sich auf einstellbares Weiß von 2.700 bis 6.500 K, während die RGB CCT-Version 16 Millionen Farben hinzufügt und die Temperatur des Weiß von 2.000 bis 9.000 K erweitert.
  • Die 6-Zoll-Version kann 1.200 Lumen erreichen, hier wieder mit einem CRI von 90.

Aqara hat auch eine sehr einfache Funktion eingeplant, die ich in der Smart Home-Technologie besonders schätze: Die Speicherung nach einem Stromausfall. Man kann das Verhalten des Scheinwerfers bei Wiederkehr des Stroms festlegen, um beispielsweise zu vermeiden, dass alle Lichter im Haus um 3 Uhr morgens nach einem Kurzschluss angehen.

Outdoor String Lights H1: Die vernetzte Lichterkette verlässt das Wohnzimmer

Aqara interessiert sich auch ernsthaft für das Außenbereich mit den Outdoor String Lights H1. Es handelt sich um eine Lichterkette für eine Terrasse, eine Pergola oder einen Außenbereich für Mahlzeiten. Sie wird mit 15 oder 30 Glühbirnen angeboten, von denen jede 40 Lumen liefert.

Auch hier beschränkt sich Aqara nicht auf RGB. Die Farbtemperatur kann zwischen 2.000 und 9.000 K variieren. Ein warmes Licht kann ein Abendessen auf der Terrasse begleiten, während eine kühlere und stärkere Beleuchtung verwendet werden kann, wenn man wirklich gut sehen möchte.

Die verschiedenen Zonen können unabhängig gesteuert werden und können Farbverläufe, Animationen und farbige Stimmungen erzeugen.

Vor allem können diese Lichterketten zu vollwertigen Smart Home-Geräten werden.

Ein sehr einfaches Szenario könnte beispielsweise sein, sie automatisch bei Sonnenuntergang in niedriger Intensität einzuschalten. Ein Präsenzmelder könnte dann die Helligkeit erhöhen, wenn jemand auf die Terrasse kommt. Und warum sollten nicht einige Lampen kurz blinken, wenn eine Kamera oder ein Sensor eine ungewöhnliche Präsenz im Garten entdeckt?

Die Lampen und ihr Steuergerät sind IP65-zertifiziert. Vorsicht ist jedoch beim Netzadapter geboten, der auf IP44 beschränkt ist und daher an einem ausreichend geschützten Ort installiert werden muss.

Permanent Outdoor Lights H1: Man installiert sie und lässt sie in Ruhe

Die zweite Neuheit im Außenbereich gefällt mir besonders wegen ihres Prinzips.

Die Permanent Outdoor Lights H1 sind dafür konzipiert, das ganze Jahr über unter einem Überhang installiert zu bleiben. Keine Notwendigkeit mehr, Anfang Dezember die Leiter herauszuholen, um die Weihnachtsdekoration anzubringen, und dann ein paar Wochen später alles wieder abzunehmen!

Jeder Lichtpunkt ist in RGBCW einzeln steuerbar. Die Installation kann somit im Alltag perfekt dezent mit einem einfachen warmen Weiß bleiben, bevor sie für Weihnachten, Halloween, einen Geburtstag oder eine Feier in farbige Animationen wechselt. Die Temperatur des Weiß variiert erneut von 2.000 bis 9.000 K und jedes Modul kann bis zu 50 Lumen erzeugen.

Die Permanent Outdoor Lights H1 werden in Längen von 15, 30 und 45 Metern angeboten, was jeweils 30, 60 und 90 Lichtpunkten entspricht. Das System kann verlängert, aber auch gekürzt werden, um sich der Form des Daches anzupassen.

Für die Installation plant Aqara entweder eine 3M-Klebehalterung oder eine Befestigung mit Schrauben. Die Leuchten und der Controller sind IP65, während die Stromversorgung hier IP67 erreicht.

Ein im Controller integriertes Mikrofon ermöglicht es außerdem, die Animationen mit der Musik zu synchronisieren, wie ich am Stand sehen konnte.

Eine Demonstration, die viel aussagekräftiger ist als eine Produktreihe

Was ich auf dem Aqara-Stand in Berlin besonders geschätzt habe, ist, dass diese Beleuchtungsszenarien in einer Situation präsentiert wurden. Aqara hatte ein komplettes Wohnzimmer nachgebaut, mit verschiedenen Beleuchtungselementen sowie Sensoren, Schaltern, Kameras und Steuerungen.

Der Cube T1 Pro ermöglichte zum Beispiel das komplette Wechseln des Lichtscenarios durch seine Manipulation.

Unser Freund Julien hat das übrigens auf seinem Kanal demonstriert:

Achten Sie übrigens darauf, diese Demonstration nicht mit einer Video-Synchronisation zu verwechseln: Die angezeigten Bilder und die Beleuchtung wurden einfach im Voraus in verschiedenen Szenarien vorbereitet. Jede Aktion auf dem Cube löste die entsprechende Szene aus.

Hier wird schließlich deutlich, warum diese Produkte interessant sind. Eine RGB-Lampe, die über eine App gesteuert wird, ist 2026 nicht mehr wirklich beeindruckend. Ein Zuhause, das automatisch seine Beleuchtung je nach Anwesenheit, Uhrzeit, Aktivität oder anderen Ereignissen anpasst, ist da schon viel interessanter.

Aqara Builder will auch die Nutzer einbeziehen

Die andere Ankündigung auf der IFA war deutlich weniger materiell: Aqara Builder.

Diese neue Community-Plattform soll es begeisterten Smart-Home-Enthusiasten, Entwicklern, Installateuren, Integratoren und kreativen Köpfen ermöglichen, ihre Projekte, Automatisierungen und Einrichtungs-Ideen zu teilen.

Aqara plant außerdem eine KI-gestützte Unterstützung, um den Nutzern beim Entwerfen und Erstellen ihrer eigenen Szenarien zu helfen.

Die Idee verdient es, verfolgt zu werden: In einem so umfangreichen Ökosystem wie dem von Aqara besteht das eigentliche Problem nicht mehr darin, das richtige Material zu finden, sondern die richtige Automatisierungs-Idee.

Aqara baut allmählich ein wirklich komplettes Smart Home

Diese IFA 2026 bietet vor allem deshalb großes Interesse, weil diese fünf Produkte, zusammen betrachtet, eine klare Richtung für die Marke vorzeichnen, mehr als jedes Einzelne für sich.

Aqara hatte bereits die Augen und Ohren des Hauses mit seinen Sensoren und Kameras. Die Marke hatte auch die Steuerungen, mit ihren Schaltern, ihren Vorhangmotoren, ihren Thermostaten oder ihren Schlössern. Jetzt fügt sie eine ganze Reihe von Innen- und Außenbeleuchtung hinzu.

Und die Wahl zwischen Thread + Zigbee erscheint mir besonders sinnvoll. Ein Nutzer kann sich für Thread und Matter entscheiden, um eine relativ einfache Installation zu genießen, die offen für Apple Home, Google Home, Alexa, SmartThings, Home Assistant oder Homey ist. Wer weiter gehen möchte, kann auf Zigbee und Aqara Home umschalten, um mehr Funktionen und lokale Automatisierungen zu nutzen.

Die neuen Beleuchtungslösungen, die in Berlin vorgestellt wurden, sollen im Oktober 2026 erhältlich sein, wir haben jedoch noch keine Preise. Es wird also noch etwas Geduld erfordert, um ihr Preis-Leistungs-Verhältnis zu beurteilen. Aber eines ist nach diesem Besuch des Standes sicher: Aqara möchte nicht mehr nur einige Geräte im Haus verbinden. Die Marke möchte nun den gesamten Raum orchestrieren. Und angesichts der Vielzahl an Bereichen, die ihr Ökosystem bereits abdeckt, könnte das sehr interessant werden.

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